Sommerferien Zeltlager Effelter Mühle – 2013

Fische fangen und Feuer machen

Ein bedrückendes Gefühl macht sich breit, wenn man die schmale Straße zur Effelter Mühle hinunterfährt. Links und rechts flankiert von Bäumen, fällt sie steil ab ins von Hügeln umschlossene Tal. Internet oder Mobilfunknetz? Hier Fehlanzeige! Was sich für viele wie ein Alptraum anhört, ist für die derzeitigen Besucher wundervoll. Von Sonntag bis Freitag letzter Woche zelteten die Pfadfinder aus Altenkunstadt rund um das Gelände der Mühle und genossen dabei die Abgeschiedenheit in vollen Zügen.

Endlich mal Lärm machen, ohne dass sich Mama oder Papa beschweren, sich endlich mal austoben, dazu war das einwöchige Lager gedacht. Gerne nutzten die Kinder und Jugendlichen diese Möglichkeit. Doch hatten die Pfadfinder auch Gäste dabei. Im Rahmen des Sommerferienprogramms 2013 boten sie die Teilnahme am Lager allen interessierten Kindern und Jugendlichen des Landkreises an. Und so starteten sechs Jungen und Mädchen gemeinsam mit den erfahrenen Pfadfindern ins Abenteuer.

Actionreiche Tage

Die vergangenen Tage waren sehr actionreich. Nach dem gelungenen Zeltaufbau erkundeten die Kids die ihnen unbekannte Gegend mitten im Wald. Gleich zwei Flüsse entdeckten sie dabei. Und was wäre ein Pfadfinder, wenn er sich nicht die Natur zunutze machen würde, um Spaß zu haben? Am Folgetag sollte es daher „feucht fröhlich“ werden, und ein Fischerstechen startete, in dessen Verlauf nur die wenigsten trocken blieben.

»Die hatten einen riesigen Spaß dabei! Und wie manche beim Runterfallen geschaut haben – einfach genial!«, erzählt Bernd Winkler.

Er ist einer der begleitenden Jugendleiter und hat mit seinen Mitleitern gemeinsam das Zeltlager organisiert.

»Ein Kind hat uns von einem Mann mit Motorrad weiter flussaufwärts erzählt, der anscheinend einen Benzinkanister im Fluss ausgewaschen hat. Wir trauten kaum unseren Ohren.«-Axel Schneider, Vorsitzender der Pfadfinder

Für die nicht so kämpferischen Mädels hatte man auch eine Überraschung parat: professionelles Haare Flechten! Mit Perlen, Schnüren und allerlei Ornamenten wurde gearbeitet, um die Mädels zu wahren Schönheitsköniginnen zu machen. Doch bei all dem Spaß durfte eines nicht vergessen werden: die Arbeit. Neben dem Suchen und Entzünden von Feuerholz mithilfe neu erlernter Pfadfindertechniken stand auch die Essensbeschaffung auf dem Plan.

Mit Beil, Messer und Holz

Auch hier waren wieder die Männer der Schöpfung gefragt. Mit Beil, Messer und Holz bauten sie sich eigene Fischerspeere. Auch wenn sich das Fischen als schwerer herausstellte als gedacht, einen Zugewinn an Spaß und Erfahrung konnten alle verbuchen. Und die Mägen blieben auch nicht leer. Gemäß der Einstellung

»wer vernünftig arbeiten soll, muss auch vernünftig essen«

, zauberte das mitgebrachte Küchenteam ein besonderes Mahl aus Gulasch und Kuchen.

Der Dienstag brachte eine erschreckende Entdeckung mit sich:

»Da hat es dann auf einmal richtig stark nach Benzin gerochen«, erzählt der Vorsitzende der Altenkunstadter Pfadfinder, Axel Schneider.

Im an den Zeltplatz angrenzenden Fluss habe man plötzlich Schlieren von Öl oder Benzin bemerkt. Schnell reagierten Jugendliche und Leiter und bauten mehrere kleine Staudämme, um den Benzinteppich zumindest teilweise am Weiterfließen zu hindern.

Mitten im Wasserschutzgebiet

„Ein Kind hat uns dann von einem Mann mit Motorrad weiter flussaufwärts erzählt, der anscheinend einen Benzinkanister im Fluss ausgewaschen hat. Wir trauten kaum unseren Ohren.“ Inmitten des Wasserschutzgebietes Effelter Mühle ist das für die Pfadfinder eine abscheuliche Tat. Dass es Menschen gibt, die so etwas tun, ist dabei für sie und ihre Gäste völlig unverständlich.

Doch trübte diese Tat die Laune nur kurz. Schließlich erwarteten die Gemeinschaft bis Freitag noch drei Tage voller Spiel, Spaß und Spannung. Und die wollte man sich auf keinen Fall verderben lassen.

Autor: Manuel Stark

Quelle: Obermain Tagblatt

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